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Lernen und Wachsen

In unserem Schulzirkus lernt man ERWACHSEN WERDEN. Lernt die eigene Körperlichkeit im Kontext mit anderen kennen und einzuschätzen. Und man lernt zu Lernen.

Selbst- und Körperkonzept

Beispiel Partnerakrobatik:

Sich selbst als Teil des Ganzen zu erfahren. Wo ist der beste Platz für mich? Unten oder oben? Vorne oder hinten? Die Erfahrung, dass eine Pyramide oder eine akrobatische Figur nur dann funktionieren wird, wenn jeder am richtigen Platz eingesetzt wird, schafft das Bewusstsein, dass jeder „Körper“, ob klein ob groß, ob schwer oder leicht, wichtig für das Ganze ist.

Das eigene „Gleichgewicht“ zu finden oder rechtzeitig „Loslassen“ zu lernen, d.h. geduldig mit sich und anderen zu sein, steht im Mittelpunkt des Lernprozesses. Der Sinn für die Bedeutung des Kleinen, Unscheinbaren wird geschärft, das „In-Sich-Hineinhorchen“ geschult. Das „Spüren des Anderen“ oder das „Erspüren des gemeinsamen Rhythmus“ werden als Voraussetzung für das Gelingen vieler Kunststücke erkannt.

Beim gegenseitigen Schminken oder Zöpfe flechten werden Berührungen selbstverständlich. Das eigene Erscheinungsbild wird durch andere aufgewertet und damit das Selbstbewusstsein besonders intensiv gefördert.

Handlungs- und Effektwissen

Beispiel Jonglieren Lernen:

Das Erlernen des Jonglierens kann einen wichtigen Beitrag leisten, Lernvorgänge an sich zu durchschauen! Fehler als Ausgangspunkt für Verbesserungen schätzen zu lernen, Geduld mit sich aufzubringen und das Gelingen als Überraschung zu erfahren.

Was mache ich ? Ich möchte zwei Bälle über Kreuz jonglieren.
Wie mache ich es ? Die Arme sollen sich dabei kaum bewegen !
Warum mache ich es ? Weil ich präzise werfen lernen will!
Welche Fehler mache ich ? Der Ball wird aus der linken Hand immer zu weit nach vorne geworfen!
Was kann ich anders machen, um den Fehler abzustellen?

Mich nur auf die linke Hand konzentrieren, mich vor eine Wand stellen, langsamer üben, damit sich der Fehler nicht einschleift, mein Handgelenk beobachten, damit es beim Werfen locker bleibt …
Der Schritt zurück, das Senken der Anforderung, die Arbeit am Detail. Mit diesen Elementen wird ein entscheidender Beitrag zum selbstständigen Lernen gelegt. Die Wirkung weist weit über die Zirkuskünste hinaus, weil damit die Basis für erfolgreiches lebenslanges Lernen gelegt wird.

Sich Überprüfen

Das Prinzip: „Jeder ist zuerst für seine Aufgabe verantwortlich, dann für andere“ erfordert die Überprüfung des Fortschritts zuerst durch den Einzelnen selbst.

Durch die organisatorischen Vorgaben kristallisieren sich klar überprüfbare Zwischenziele heraus.

Egal ob es sich um eine bestimmte Figur am Trapez oder um die Konstruktion eines Bühnenteils handelt, die Zielerreichung wird unmittelbar deutlich.
In regelmäßigen Teamsitzungen und Proben wird die Einhaltung der Termine immer wieder gegenseitig eingefordert. In den „großen“ Teambesprechungen präsentieren die einzelnen Gruppen den Zwischenstand ihrer Arbeit.

Bei unserer letzten Produktion war das Drehbuch allen Beteiligten über die Homepage jederzeit zugänglich und wurde von allen gemeinsam entwickelt. Hier wird immer wieder gegenseitig „kontrolliert“, ob es in sich schlüssig und auch umsetzbar ist. Immer wieder wird umgetextet , umgestellt und nachjustiert. So entsteht in vielen kleinen Schritten ein sehr komplexes Drehbuch, das als Beweis für die außergewöhnliche Kreativität unserer Schülerinnen dienen kann.

Lernen für das Leben und den Alltag

Die Teamfähigkeit als Schlüsselkompetenz für das Berufsleben ausbilden.
Lernen lernen.

Miteinander Ziele festlegen und anstreben.

Fehler akzeptieren und schätzen lernen.

Sich entscheiden und die Entscheidung auch selbst verantworten.

FreiwilligVerantwortung für andere übernehmen.

Die freie Zeit für das Projekt sinnvoll zu nutzen.

Effektiv arbeiten lernen.

Probleme und Konflikte als Chance erkennen.

Konfliktlösungsstrategien ausprobieren….

Jeder Beteiligte an unseren Projekten wird vermutlich an einem anderen Punkt für sich und den Alltag und den späteren Beruf profitiert haben.

Alle sind dabei ein Stück gewachsen.

Manche sogar über sich hinaus !